deutsch: » de » "Transfer" » 2005 » 2005 - 02 » Basistunnel: Arbeiten auf allen Ebenen

Basistunnel: Arbeiten auf allen Ebenen

Die Planungsphase II für den Brenner Basistunnel hat bis Ende 2006 die Vorlage eines baureifen Projektes zum Ziel. Um diesen engen Terminrahmen halten zu können laufen derzeit die Arbeiten unter Hochdruck auf unterschiedlichen Ebenen...

  Basistunnel: Arbeiten auf allen Ebenen
     

 
 

Die Planungsphase II für den Brenner Basistunnel hat bis Ende 2006 die Vorlage eines baureifen Projektes zum Ziel. Um diesen engen Terminrahmen halten zu können laufen derzeit die Arbeiten unter Hochdruck auf unterschiedlichen Ebenen:
Bohrungen: transfer hat in den vergangenen Ausgaben bereits über die laufenden Arbeiten berichtet. Das erste große Bohrprogramm wurde vor kurzem beendet und hat im Wesentlichen die geologischen und hydrogeologischen Annahmen bestätigt. Rund 15.000 Meter Bohrkerne haben die Mannschaften in den vergangenen Monaten gewonnen. Um die Erkenntnisse zu vertiefen und zu verfeinern sind nun ergänzende Untersuchungen der Portalbereiche zukünftiger Zugangsund Fensterstollen angelaufen.

Als Entscheidungsgrundlage für die Ausgestaltung der Zufahrt Innsbruck hat die BBT SE Bohrungen zur Erstellung eines Grundwassermodells durchgeführt. In Italien ist die Zone um Mauls für die Geologen besonders interessant. Zwei zusätzliche „Schrägbohrungen“ sollen Auskunft über die so genannte „periadriatische Naht“ geben, die den Grenzbereich zwischen der europäischen und der afrikanischen Landmasse darstellt.

Alle Erkenntnisse der geologischen Untersuchungen fließen direkt in die Planungen des Pilotstollens und des zukünftigen Eisenbahntunnels. Neben den Spezialisten der BBT SE beschäftigen sich Mitarbeiter mehrerer technischer Büros mit der Erstellung von Einreichunterlagen für die kommenden Genehmigungsverfahren. Schrittweise wird die Trassenfestlegung den vorgefundenen Verhältnissen angepasst und verfeinert. Aus heutiger Sicht liegen diese Arbeiten im Zeitplan. Wasserrecht, Forstrecht, Ausrüstung und Detailgenehmigungen erfolgen in späteren Verhandlungsschritten.

Geografisches Informationssystem GIS: Zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen und als wichtiges Hilfsmittel zur Organisation von Planung und Bau des Basistunnels befindet sich seit Frühjahr 2005 ein eigenes GIS-System in Programmierung. Aufbauend auf aktuellen Orthofotos und dem eigens erstellten Höhenmodell wird der aktuelle Planungsstand mit Umweltinformationen verknüpft. Eine „schlanke“ Version des GIS wird im kommenden Jahr auch auf einer eigenen Seite im Internet zur Verfügung stehen.

EU-Finanzierung: Anfang September 2005 hat die italienisch-österreichische Koordinierungsgruppe den Antrag auf Kofinanzierung des Pilotstollens bei der EU-Kommission eingereicht. Durch diesen Akt werden die von der EU in Aussicht gestellten Fördergelder angefordert.
Die Trassierung der Strecke erlaubt einen Schienenverkehr mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h. Drei Verknüpfungsstellen sind für den Verkehrsaustausch mit der bestehenden Bahn vorgesehen. 80 Prozent der gesamten Strecke liegen in Tunnels, Wannen und Unterflurtrassen. Mit einer Baufertigstellung ist Ende 2011 zu rechnen.

 

  
Pilotstollen

Der Pilotstollen zum Brenner Basistunnel soll 2006 in Bau gehen. Dieser Stollen bringt den Kenntnisstand zur Geologie auf das höchstmögliche Niveau. Vorteile sind ein reduziertes geologisches Risiko, bessere finanzielle Kalkulierbarkeit des Projektes sowie die spätere Möglichkeit zur Unterstützung der Arbeiten in den beiden Haupttunnels.
  
     
     
Artikelaktionen