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Bau des Basistunnels ist eine einmalige Chance

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Durnwalder, EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot hat im vergangenen Frühjahr Tirol und Südtirol besucht...

 

 
 Bau des Basistunnels ist eine einmalige Chance


Luis Durnwalder
Landeshauptmann
von Südtirol

 
 

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Durnwalder,
EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot hat im vergangenen Frühjahr Tirol und Südtirol besucht. Welche Bedeutung hat dieses Treffen?


Man kann diesen Besuch mit Fug und Recht als „historisch“ bezeichnen, wie dies der italienische Verkehrsminister Lunardi getan hat. Mit der Finanzierungszusage von Kommissar Barrot für den Pilotstollen steht das erste Finanzierungsgerüst zum Bau des Brenner Basistunnels. Ebenso war die grundsätzlich gezeigte Bereitschaft, den EU-Beitrag für die Projektierung des Basistunnels auf bis zu 50 Prozent anzuheben, für das Weitertreiben des Jahrhundertbauwerkes von großer Wichtigkeit. Auch die politische Optik war gut, alle Beteiligten in Innsbruck wie in Bozen haben den raschen Bau des BBT als vorrangiges Ziel bezeichnet.

  

Es gibt 100 gute Gründe dafür zu sein,
dass der Schwerverkehr dorthin verlagert wird,
wo man ihn nicht sieht, nicht hört und nicht riecht.

 
  
  

Gibt es in Italien eine konsequente Verkehrspolitik? Was kann die autonome Provinz Bozen dazu beitragen, so eine Politik umzusetzen?

In der Wirtschafts- und Verkehrspolitik hat die Maxime zu gelten, dass das, was man politisch deklariert auch umgesetzt werden soll. Mit Hinhalten und vagen Versprechen wird mehr Schaden angerichtet als Nutzen erzeugt. Verkehrsminister Lunardi hat beispielsweise mit der durchgesetzten Konzessionsverlängerung für die italienische Brennerautobahngesellschaft einen Beweis für eine solche Kohärenz gesetzt. Das Land Südtirol kann drängen und mahnen, aber die großen Taten wie die Finanzierung der Bahnzulaufstrecken zwischen Verona und Franzensfeste müssen auf einer höheren Ebene gesetzt werden.

Sind Sie der Meinung, dass die autonome Provinz Bozen im Aufsichtsrat der BBT vertreten sein sollte?

 

Auf jeden Fall und dies aus einleuchtenden Gründen: Wir sind vom BBT und der südlichen Zulaufstrecke am meisten betroffen.Wir wollen, dass die wichtigsten Planungs- und Bauentscheidungen nicht über unsere Köpfe hinweg getroffen werden. Wir wollen vor allem durch unsere Vertretung in allen wichtigen BBT-Entscheidungsgremien sicherstellen, dass die Anrainer ein gebunden werden.


Was sagen Sie zu den Umweltschützern, die für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene aber gegen den Bau des Brenner Basistunnels sind?

Es gibt 100 gute Gründe dafür zu sein, dass der Schwerverkehr dorthin verlagert wird, wo man ihn nicht sieht, nicht hört und nicht riecht. Vor allem jenen, welche gerade in letzter Zeit den BBT-Bau als Geschäftemacherei angekreidet haben, sei Folgendes ins Stammbuch geschrieben: Wollt ihr, dass unsere Kinder und Kindeskinder uns und euch später einmal den gerechtfertigten Vorwurf der Untätigkeit machen, uns und euch vorhalten, die einmalige Chance einer wirklichen Verlagerung vertan zu haben?
 


Wie bewerten Sie den Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit zum BBT-Projekt?

Ich habe den Eindruck, dass auch hierzulande die Einsicht wächst, dass der BBT notwendig ist. Grundlage dafür ist aber, dass die besorgten Anrainer informiert und in die Planungsabläufe soweit wie möglich eingebunden werden. Durch Informationsabende, gezielte Auskünfte und vor allem durch die Möglichkeit, vor Ort Meinungen, Anregungen und Kritiken anzubringen. Die Schweizer haben uns beim Gotthard-Tunnel-Bau vorgemacht, wie das Recht der Bevölkerung auf Information sichergestellt wird. Wir werden am künftigen Sitz des Transportassessorates in Bozen eine permanente BBT-Info-Stelle einrichten ebenso wie in der Festung in Franzensfeste eine permanente Ausstellung geplant ist. 

 
    
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