deutsch: » de » "Transfer" » 2005 » 2005 - 02 » Nürnberg - München in einer Stunde

Nürnberg - München in einer Stunde

Die 7.000-Seelen-Gemeinde Kaltern süd südlich der Landeshauptstadt Bozen ist umgeben von Weingärten, Obstkulturen, Wäldern, Bergen und dem Wasser des gleichnamigen Sees. Im Ortskern finden sich stattliche Weinhöfe eng aneinander gedrängt, außerhalb stehen sie frei inmitten fruchtbarer Anbau Anbauflächen.

  Nürnberg – München in einer Stunde
     
  Mit großem Aufwand modernisiert die deutsche Bahn den Brennerzulauf Nürnberg – München.
     


 
 

Die Strecke Nürnberg – Ingolstadt – München befi ndet sich seit 1998 in Bau. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Zwischen Nürnberg und Ingolstadt entsteht eine 89 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke, zwischen Ingolstadt und München wird die Strecke auf  82 Kilometer für den schnellen Schienenpersonenverkehr ausgebaut.
Im Vergleich zur derzeit schnellsten ICE-Verbindung über Augsburg wird sich die Reisezeit über Ingolstadt um rund 40 Minuten verkürzen und beträgt noch gut eine Stunde. Die Kosten für das Projekt Nürnberg – Ingolstadt – München belaufen sich auf 3,6 Milliarden Euro. Die Strecke zwischen Nürnberg und München soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 in das bundesweite Eisenbahnnetz eingebunden werden.

Abschnitt Nürnberg – Ingolstadt

Zwischen Nürnberg und Ingolstadt entsteht eine Hochgeschwindigkeitsstrecke bis 300 km/h. Die neue Trasse verlässt südöstlich von Nürnberg die Bahnlinie Richtung Regensburg. Sie verläuft parallel zur Autobahn A 9, wo dies nicht möglich ist hat sich die Planung für eine unterirdische Streckenführung entschieden. Insgesamt werden neun Tunnel mit einer Gesamt länge von 27 Kilometer gebaut. Sechs Tunnel werden bergmännisch, drei weitere Tunnel in offener Bauweise errichtet. Auf der zweigleisigen NBS sollen Personenfern- und Personennahverkehrszüge als auch ein schneller Güterverkehr abgewickelt werden. Die maximale Neigung der Strecke beträgt 2 %.

Neben den Tunnels sind auf jeweils über 20 Kilometer Dämme und Einschnitte notwendig. Auf 75 km Länge wird eine Feste Fahrbahn eingebaut. Ergänzend entstehen in Allersberg und Kinding Regional- und Überholbahnhöfe. Der Regionalbahnhof Ingolstadt Nord wird komplett umgebaut. Zwischen Nord- und Hauptbahnhof Ingolstadt wird ein drittes Streckengleis verlegt. Dazu ist eine zusätzliche Eisenbahnbrücke über die Donau erforderlich.

 


 
  
 
    









 

Die Leitund Sicherungstechnik erfolgt über Linienzugbeeinflussung (LZB). Das Elektronische Stellwerk (ESTW) in Fischbach wird aufgerüstet und mit abgesetzten Rechnern in Allersberg, Lohen und Kinding vernetzt. Auch im Nordbahnhof Ingolstadt wurde ein eigenes ESTW errichtet.

Ausbaustrecke (ABS) Ingolstadt - München

Die bestehende Eisenbahnstrecke von Ingolstadt nach München wird für Geschwindigkeiten bis 200 km/h ausgebaut. Zwischen Petershausen und München- Obermenzing erfolgt die Erweiterung um ein bis zwei Gleise. Die neuen Gleise sind ausschließlich der Münchener S-Bahn vorbehalten. Die vorhandenen Streckengleise stehen für Fern-, Regional- und Güterzüge zur Verfügung. Auf mehreren Kilometern wird die ABS neu trassiert. In Petershausen entsteht ein elektronisches Stellwerk (ESTW) mit ausgelagerten Rechnern in Rohrbach und Röhrmoos.
 

Außerhalb des S-Bahn-Bereiches finden vorwiegend Bahnhofsumbauten, Brückensanierungen und die Beseitigung von Bahnübergängen statt. Aus logistischen Gründen sind diese Arbeiten zum Teil erst nach der Aufnahme des ICE-Betriebes im Jahr 2006 möglich. Weitere Schwerpunkte des Bauprogramms sind der behindertengerechte Ausbau von 13 Bahnhöfen, neue Park & Ride-Anlagen, ein neuer S-Bahn-Haltepunkt  in Münchenn-Untermenzing und der Um- und Neubau von 60 Brücken.
 

     
 
    
Artikelaktionen