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Die Planungen müssen jetzt beginnen

    Die Planungen müssen jetzt beginnen
         

Erwin Huber
Bayerischer Staatsminister
für Wirtschaft, Infrastruktur,
Verkehr und Technologie

 

Sehr geehrter Herr Staatsminister Huber, seit Jahren laufen Planungs- und Bauarbeiten zur Ertüchtigung der Eisenbahnachse Brenner. Welche Bedeutung hat die neue Schieneninfrastruktur für Bayern?

Eine leistungsfähige Alpenquerung auf der Schiene ohne die heutigen infrastrukturellen und betrieblichen Mängel festigt die Wettbewerbsposition der bayerischen Wirtschaft. Italien ist der zweitwichtigste Handelspartner Bayerns. Und die Adriahäfen bieten bis zu 5 Tage kürzere Transportzeiten nach Fernost als die Nordseeroute – ein enormer Vorteil.

In Bayern wurde in den vergangenen Jahren die bestehende Bahnverbindung München – Rosenheim – Kiefersfelden modernisiert. Welche weiteren Schritte sind im Hinblick auf die Arbeiten am Brenner Basistunnel und im Tiroler Unterinntal zu erwarten?

Wir wissen aus den Untersuchungen für den Report 2002 dass der Nordzulauf auf bayerischer Seite etwa drei Jahre nach Inbetriebnahme des Basistunnels weiter ausgebaut sein muss, soll es hier nicht zu Engpässen kommen. Das bedeutet bei den langen Planungsverläufen, die wir in Deutschland leider immer noch haben, dass jetzt mit der Planung begonnen werden muss. Erste deutsch-österreichische Gespräche gibt es bereits, wir beteiligen uns daran und werden im Rahmen unserer Möglichkeiten das Projekt unterstützen. Über Ausbauumfang und mögliche Trassenverläufe kann derzeit aber noch nichts ausgesagt werden?



   

Die Adriahäfen bieten bis zu fünf Tage kürzere
Transportzeiten nach Fernost als die Nordseeroute.

   


Gibt es bereits einen zeitlichen Rahmen für die Weiterentwicklung der TEN-Achse Berlin – Palermo auf bayerischem Staatsgebiet?

Für die Abschnitte südlich von München gibt es noch keinen Zeitplan. Weiter nördlich ist die Neubaustrecke Ingolstadt – Nürnberg fertiggestellt. Die reguläre Betriebsaufnahme erfolgte im Juni 2006 zur Fußball- WM. Die Strecke München – Nürnberg schrumpft damit auf nur mehr gut eine Stunde.

Welche Chancen sehen sie für Bayerns Wirtschaft durch den Bahnbau an der Brennerachse?

Bayerische Bauunternehmen sind in der Lage, hier wesentliche Teilprojekte abzuwickeln. Zum Beispiel sitzen die beiden Marktführer beim System Feste Fahrbahn für Hochgeschwindigkeitsstrecken in Bayern. Auch für die Streckenausrüstung, bei der Leit- und Sicherungstechnik bieten bayerische Firmen Systemlösungen.

Wie beurteilen Sie die Bedeutung des „Transportmittels Bahn“ im Hinblick auf die stetig steigenden Anforderungen von Wirtschaft und privaten Kunden? Wie sehen Sie die Positionierung der Bahn im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern?

Um das prognostizierte weitere Wachstum des Güterverkehrs bewältigen zu können, brauchen wir eine bessere und leistungsfähigere Bahn. Bei mehr Qualität auf der Schiene werden auch die Transportmengen wieder steigen. Gerade bei den langen Distanzen wie über die Alpen muss die Bahn auch in der Lage sein, ihre Kostenvorteile auszuspielen.



   
Tempo 300 von Nürnberg nach München

Pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft rollen seit Ende Mai ICE-Züge der Deutschen Bahn über die neue Schnellbahntrasse Nürnberg – Ingolstadt - München. Mit einem Spitzentempo von rund 300 Stundenkilometern verkürzt sich die Fahrzeit derzeit auf der Strecke Nürnberg – München um rund 25 Minuten. Zum Fahrplanwechsel Ende 2006 wird das neue Verkehrsangebot komplett in das bundesweite Fernverkehrsnetz eingebunden, die Fahrdauer beträgt dann nur noch eine Stunde. Der schnellste ICE zwischen München und Hamburg wird für die Nord-Süd-Durchquerung Deutschlands nur noch fünf Stunden und 35 Minuten benötigen.
 
     
 
       
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