"transfer" 01|2009 – Brenner-Basistunnel: Planung – Genehmigung – Bau
| Brenner Basistunnel: Planung – Genehmigung – Bau | ||||||
Konrad Bergmeister
| Der Brenner Basistunnel stellt das wichtigste Bauwerk entlang des Bahnkorridors von München nach Verona dar. Von der Planung zur Genehmigung Vor 20 Jahren, am 15. und 16. April 1989, wurde die Machbarkeitsstudie genehmigt. Am 15. April 2009 erließ das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie die Baugenehmigung nach dem österreichischen Eisenbahngesetz. Die Behörde bestätigte die Umweltverträglichkeit des Vorhabens. Gleichzeitig wurden die Trassengenehmigung, die Rodungsbewilligung und die Bewilligung nach dem Mineralrohstoffgesetz durch die Bundesministerin erteilt. Am 16. April 2009 erteilte der Landeshauptmann von Tirol die übrigen Genehmigungen wie jene des Wasserrechtes, des Denkmalschutzes und der Deponien. Die Finanzierung des Brenner Basistunnels soll von beiden Staaten über die Eisenbahngesellschaften mit einer Beteiligung der Europäischen Union erfolgen. Die Europäische Kommission hat im Vertrag vom 5. Dezember 2008 für den ersten Finanzierungszeitraum (2007-2013) einen Beitrag von 786 Mio. Euro (50 % der Kosten für den Erkundungsstollen und 27 % der Kosten für die Arbeiten zum Haupttunnel) zugesichert. Für die nächste Finanzierungsperiode (2014-2020) wird man versuchen, einen ähnlichen Prozentsatz von der EU zu erhalten. Österreich hat mit Beschluss des Ministerrates vom 31. März 2009 dieses Projekt in den Infrastruktur-Rahmenplan der ÖBB aufgenommen und die Finanzierung mit einer Risikovorsorge abgesichert. Die Genehmigung im Parlament im Rahmen des Finanzgesetzes 2009 soll in den nächsten Monaten erfolgen. Italien arbeitet derzeit an einer Finanzierung mit der Europäischen Investitionsbank. Zusätzlich sollen Gelder aus dem seit 1997 eingerichteten „Fonds für die Eisenbahn“ der italienischen Brennerautobahn verwendet werden. Im Mai 2009 wird von politischen Vertretern entlang des Brennerkorridors ein neuer „Aktionsplan 2009-2022“ unterschrieben. Darin vorgesehen sind konkrete, verpflichtende Maßnahmen zur Verbesserung der Bahnlogistik, verkehrspolitische Maßnahmen zur Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene sowie ein Umweltmonitoring.
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Auf Grundlage der derzeitig vorliegenden Erkenntnisse kann folgender Zeitplan – unter Berücksichtigung der Voraussetzungen und Verfahrensabläufe • Bauentscheidung durch die Staaten und Vorbereitung: 2009 Aus der Verbindung der Umfahrung und dem Basistunnel entsteht die weltweit längste unterirdische Eisenbahnstrecke mit einer gesamten Länge von rund 62,7 km. Mittig unterhalb der beiden Tunnelröhren befindet sich in einem Abstand von 12 m ein Erkundungsstollen. Dieser wird zuerst abschnittsweise vor dem Bau der Hauptröhren errichtet, um hauptsächlich das Gebirge zu erkunden. Im endgültigen Ausbau wird dieser Erkundungsstollen durchgehend gebaut, sodass dieser in Folge als Entwässerungsstollen und, bei Notwendigkeit, als Dienststollen genützt werden kann. | ||||||



