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"transfer" 01|2009 – Übergabe des Vorsitzes von Verona auf Bayern

  Übergabe des Vorsitzes von Verona auf Bayern
  



 























 
 

Die Übergabe des Vorsitzes fand am 4. Dezember letzten Jahres am Sitz der Provinz Verona statt.

Vor den Präsidenten und den Fachleuten der AGBMitglieder kündigte Elio Mosele, der Präsident der Provinz Verona, den Beginn des neuen Mandats an, das bis Ende Dezember 2010 laufen wird.
„Gerührt und mit großer Freude empfange ich die Freunde aus dem Land Bayern und dessen Repräsentant“, so die Worte von Professor Mosele. “Ich bin mir sicher, dass die Arbeit, die Verona bislang geleistet hat, von den deutschen Kollegen noch besser fortgeführt wird. Ich wünsche Ihnen zwei Jahre voller guter Nachrichten, wie das bei uns der Fall war.” In der Tat ist in den Jahren 2007/2008 unter der Ägide von Elio Mosele viel Bedeutsames geschehen, wie die Aufnahme des Vorhabens Brennertunnel in das Investitions-Mehrjahresprogramm der Europäischen Union und der Baubeginn des Erkundungsstollens zwischen Mauls und Aicha im Beisein des italienischen
Staatspräsidenten Giorgio Napolitano.

Die AGB-Präsidentenkonferenz am 4. Dezember war auch unter einem anderen Gesichtspunkt bedeutend. Anwesend war Karel Van Miert, EU-Koordinator des vorrangigen TEN-V-Projektes Nr. 1, zusammen mit seinem Assistenten Herald Ruyters, der bereits an den vorangegangenen AGB-Sitzungen teilgenommen hatte. EU-Koordinator Van Miert stellte seinen Bericht über die ergriffenen Maßnahmen zur Realisierung des Vorhabens und des Brennertunnels vor. „Das Vorhaben verzeichnet weiterhin Fortschritte in den drei beteiligten Staaten“, betonte Van Miert. „In Deutschland werden große Investitionen zur Beseitigung der Engpässe zwischen Berlin und München getätigt. Österreich investiert im Unterinntal, während Italien im Begriff ist, den zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnlinie Verona – Bologna fertigzustellen. Um die nationalen Netze, den Brennertunnel und die entsprechenden Zulaufstrecken zu verbinden, sind jedoch weitere Investitionen notwendig, und dies wird die Aufgabe aller Beteiligten in den nächsten Jahren sein.“

Zum zweiten Mal hat Bayern den Vorsitz über die Aktionsgemeischaft Brennerbahn (AGB) inne.

Während in die Periode 1999/2000 mit der Gründung der BBT EWIV und dem Planungsstart für den Brenner Basistunnel (BBT)organisatorische Grundentscheidungen fielen, wird 2009/10 mit dem Brenner-Aktionsplan, den Finanzierungsbeschlüssen und dem Baubeginn für den BBT hoffentlich der Punkt erreicht, an dem es kein Zurück gibt. Dennoch bleibt für die AGB viel zu tun.

In diesem Bewusstsein hat die Fachkommission am 19. März 2009 u. a. beschlossen, dass sich die Aktionsgemeinschaft erstmals auf der renommierten Messe „transport logistic“präsentieren wird. Die AGB kooperiert hierzu mit der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG), die am 13./14. Mai 2009 ihr Europaforum mit dem Thema „Übern Berg? Europäische intermodale Logistik für den Alpentransit“ veranstaltet. Der Präsident der AGB, Staatsminister Martin Zeil, hat die Schirmherrschaft über das Forum übernommen.

  
  

Am 14. Mai (12 Uhr) wird auf der Messe auch ein Film über das Brennerprojekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser wurde im Auftrag der Beobachtungsstelle für Umwelt und Arbeitsschutz mit finanzieller Unterstützung durch die AGB produziert. Er soll interessierten Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere auch Schulklassen, das Vorhaben nahebringen.

Die Auslastung des BBT darf nicht am Nordzulauf scheitern
Mit der Übernahme der Präsidentschaft durch Bayern rückt naturgemäß der Norden des Brennerkorridors stärker in den Fokus. Während zwischen Wörgl und Innsbruck mit dem Abschluss der Vortriebsarbeiten im Mai 2009 ein Meilenstein erreicht wird, lassen auf deutscher Seite die Aktivitäten südlich von München auf sich warten. Lediglich die Verlegung eines Überholgleises im Bahnhof Ostermünchen ist konkret geplant und soll bis Ende 2011 realisiert sein. Der Bundesverkehrsminister verweist auf die Überprüfung des Bedarfsplans Schiene, die bis Anfang 2010 Klarheit über den Ausbau von München bis zur Grenze bringen soll. Indes werden offensichtlich nützliche Maßnahmen wie die „Truderinger Kurve“ mit einer halbstündigen Fahrzeitersparnis nicht in Angriff genommen. Hier muss die AGB „Druck machen“, damit die angestrebte Auslastung des BBT nicht am Engpass Nordzulauf scheitert. Dies wäre für die Wirtschaft beiderseits der Alpen angesichts der Restriktionen im Straßentransit eine nicht zu verantwortende Perspektive.

 
    
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