Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Erich Greipl Stellvertretender Präsident der AGB | | Seit Gründung der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn (AGB) vertritt die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK) die Interessen der Wirtschaft im Rahmen der Lobby-Arbeit der AGB. Denn eine gut funktionierende, leistungsfähige und attraktive Schienenverbindung über den Brenner ist gerade für das Exportland Bayern eine unerlässliche Standortvoraussetzung im Geschäft mit Italien, einem unserer wichtigsten Außenhandelspartner. „Mobilität ist Zukunft“ – dieses Dictum verpflichtet die IHK, die Mobilitätsbedürfnisse unserer Wirtschaft immer wieder in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen. Jeder Verkehrsträger muss seine spezifi schen Stärken zum Einsatz bringen können. Im alpenquerenden Verkehr ist dies vor allem die Schiene. Denn nur durch eine Ertüchtigung der Brennerstrecke mit dem neuen Brenner Basistunnel als Kernstück sind wir in der Lage, den Mehrverkehr von der Straße im stark belasteten Inntal auf die Schiene zu bringen. Ich sehe die Jahre 2009/2010 unter bayerischem Vorsitz in der AGB als richtungsweisend für die Entwicklung des Projekts. Denn nach Jahrzehnten mit Visionen, Diskussionen und Machbarkeitsstudien sind wir jetzt mitten in der Realisierung. Der Ausbau des österreichischen Unterinntals mit zwei zusätzlichen Gleisen liegt voll im Plan und soll bis 2012 vollendet sein. Und auch am Südzulauf in Italien wird kräftig geplant und projektiert. Am Tunnel selbst beginnen die Arbeiten am Erkundungsstollen nun auch in Österreich, so dass im kommenden Jahr mit einem Baubeginn am Hauptstollen gerechnet werden kann. Alle diese von der EU großzügig mitfinanzierten vorbereitenden Tätigkeiten am Abschnitt München – Verona der TEN-Strecke Nr. 1 Berlin – Palermo, sowie auch die grundsätzliche Finanzierungsbereitschaft Österreichs und Italiens, weisen den Weg zur Realisierung des Projekts. „Nur mit dem BBT können wir den Mehrverkehr im Inntal auf die Schiene bringen.“ Jetzt ist vor allem Deutschland gefordert, seinen Beitrag zum Ausbau des Brenner-Nordzulaufs zu forcieren und – wegen des langen Vorlaufs – endlich mit konkreten Planungen zu beginnen. Ich setze hier auf die neue Bundesregierung in Berlin, die in ihrem Koalitionsvertrag vom Oktober 2009 ein klares Bekenntnis zur Mobilität und zur Ertüchtigung der Hauptachsen abgegeben hat. Die IHK-Organisation wird sich gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung auch künftig nach Kräften in die Arbeit der Aktionsgemeinschaft einbringen, damit dieses Jahrhundertprojekt nicht auf der Strecke bleibt. |