deutsch: » de » "Transfer" » 2009 » 2009 - 02 » "transfer" 02|2009 – Verkehrskommissar Antonio Tajani in memoriam Karel Van Miert

"transfer" 02|2009 – Verkehrskommissar Antonio Tajani in memoriam Karel Van Miert



 

    Verkehrskommissar Antonio Tajani in memoriam Karel Van Miert


         


Antonio Tajani
Vizepräsident, Verkehrskommissar
der EU



 


 

 

 

 

Karel Van Miert war vom 20. Juli 2005 bis zu seinem plötzlichen Tod am 22. Juni 2009 Europäischer Koordinator des prioritären TEN 1 Eisenbahnprojektes Berlin – Palermo.

Er war ein wahrhaft außergewöhnlicher europäischer Staatsmann. Zu Beginn seiner beruflichen Karriere arbeitete er bei der Europäischen Kommission mit
Sicco Mansholt und Henri Simonet.
Nach einer eindrucksvollen Karriere als nationaler Politiker in Belgien kehrte er zur Europäischen Kommission zurück. Als Kommissar für Verkehr und anschließend für Wettbewerb prägte er über lange Jahre die europäische Politik. Aber auch nach seiner Zeit in der Kommission blieb Van Miert der europäischen Causa verpflichtet und war Vorsitzen der einer Expertengruppe der TEN-V-Projekte im Jahr 2003 sowie Europäischer Koordinator für das Eisenbahnprojekt Berlin – Palermo seit 2005.

„Was mir von Karel Van Miert deutlich in Erinnerung bleiben wird, sind seine Menschlichkeit, Höflichkeit und sein offenes Wesen.“

Die Fortschritte im Eisenbahnprojekt Berlin – Palermo, die unter der Leitung von Karel Van Miert gemacht wurden, sind nicht zu unterschätzen. Von Beginn an hat er den Fokus auf die grenzüberschreitende Teilstrecke zwischen München und Verona gerichtet. Er machte eindeutige Vorgaben für die ordnungsgemäße Durchführung und Realisierung des Projekts. Davon ausgehend hat er schrittweise die Aufmerksamkeit auf weitere Aspekte des Vorhabens gelenkt, indem er im Mai 2007 als verantwortlicher Koordinator die Brennerkorridor-Plattform und im Dezember 2008 die Arbeitsgruppe Projektfinanzierung gründete. Dies führte zu einem ganzheitlichen Ansatz, der über die reine Umsetzung eines Infrastrukturprojekts hinausging. Fragen hinsichtlich Interoperabilität, Terminals und damit verbundene Aspekte des Schienenverkehrs wurden ebenso berücksichtigt wie die Umweltüberwachung, Begleitmaßnahmen und letztlich die Wechselbeziehung zwischen Schiene, Straße, Umwelt und Energie.

     
   

Er hat stets seinen Standpunkt vertreten ohne verletzend zu sein. Wenn er sich seiner Meinung sicher war, ließ er sich nicht mehr davon abbringen. Er besaß die Gabe, Zusammenhänge von Wirtschaft, Politik und Mensch zu sehen. Vielen Personen, aber auch dem Brenner-Projekt ist dies enorm zu Gute gekommen. Dies war nicht immer eine leichte Aufgabe. Karel Van Miert nahm seine Rolle als Europäischer Koordinator sehr ernst. Er besuchte regelmäßig die drei Mitgliedstaaten und alle betroffenen Regionen.

Er nahm an allen Sitzungen der zwischenstaatlichen Kommission teil, inspizierte die laufenden Arbeiten und hat sich regelmäßig auch mit der Bevölkerung getroffen. Sein persönliches Engagement, die langen Arbeitstage, zahllose Zusammentreffen – genau das waren die Faktoren, die viele positive Ergebnisse hervorbrachten, für die man ihn auch so schätzte. Als ich in meiner Rede vom 16. Juni in Rom mitteilte, dass die Europäische Kommission vorschlägt, das Mandat von Karel Van Miert um weitere vier Jahre zu verlängern, gab es spontanen Applaus von allen Anwesenden.
Ich kann Karel Van Miert und seiner Familie nur für die zahlreichen Tage danken, die er in stetiger Überzeugung für das Projekt investiert hat. Er war von ganzem Herzen ein überzeugter Europäer, der das Projekt liebte und mit ganzer Kraft verwirklichen wollte.

Mit der Vollendung dieses Projektes werden wir Karl van Miert die Ehre erweisen, die ihm gebührt.

         
         
 
       
Artikelaktionen